Das 57. Reparier Café am 23. August 2019

Die Feriensaison ist zu Ende und damit auch unsere Flaute. Am 23.8. kamen wieder viele Gäste und etliche Herausforderungen. Zum Beispiel ein Nass-Handschleifer oder ein Folienschweißgerät - beides "antike" Stücke, die schon einige Betriebsstunden abgeleistet haben. Das schöne bei diesen älteren Geräten ist, dass man sie in aller Regel wieder funktionsfähig machen kann. Was gab´s noch? Scheren, von der Schneiderschere bis zur Gartenschere, einen Föhn, einen elektrischen Golf-Caddy, zwei Brotschneidemaschinen, ein Radio, ein Staubsauger, ein Tintenstrahldrucker...

 

Das Thema Tintenstrahldrucker lässt uns nicht los. Die Erfolgsrate beträgt vielleicht 20 Prozent und das treibt den Frust in die Höhe. Denn bei den anderen 80 Prozent ist es immer entweder die vorprogrammierte Abschaltung nach 5000 Drucken oder der vollgesogene Tintenfilz, der ausgetauscht werden müsste. Die Programmierung kann man bei manchen Modellen per Software zurücksetzen - das geht mit langer Sucherei im Internet und etwas Glück. Die Filzmatten dagegen sind meist nicht lieferbar und der Austausch, z.B. bei Canon, erfordert die komplette Demontage des Geräts. Und die sollte man nur vornehmen, wenn man drei Stunden Zeit hat und eine gute Anleitung. Also erreicht der Hersteller sein Ziel, einen neuen Drucker zu verkaufen, der zwar relativ billig ist, aber bei der Original-Tinte dicke Gewinne garantiert. Die Erfahrung lehrt übrigens, dass die meisten Billig-Kartuschen den Job genauso gut machen!

Hier jetzt mal die unterhaltsamen Aspekte des Reparierwesens:

Gartenschere "Schweres Gerät". Bei dieser Gartenschere gab es einige Scharten auszuwetzen (um den Jüngeren gleich mal die Herkunft dieser schönen Redewendung zu erklären :)

 

Brillen Zwei Brillen sehen mehr als eine! Eine Lötspitze von anno Dunnemals hatte etwa die Größe eines 5-Zoll-Nagels, für heutige Mikroelektronik braucht es Spitzchen vom Format einer Nähnadel und eine Temperaturregelung, die mehr kann als die Schaltzustände An-Aus. Und es braucht gute Augen sowie eine ruhige Hand. Unsere beiden Begutachter haben beides.

 

PIN Wie war doch gleich nochmal die PIN? Geheimtipp: Steht auf der Unterseite des Laptops :))

 

Denker "Was will mir dieses Bauteil sagen?" Das sind die meditativen Momente in der Hektik des Reparaturbetriebes. Es wird ja allzuoft vergessen, dass wir Reparateure zwar begnadete Bastler und Improvisateure sind, aber dass wir auch immer wieder mit Gerätschaften konfrontiert werden, die wir noch nie gesehen haben. Und da muss man sich erstmal reindenken - buchstäblich!